Eine
Bitte: Es gibt Analoginstrumente, mit denen sollte man das wirklich aus
Anstand nicht tun... ein guter Anhaltspunkt ist der Vergleich des
Herstelldatums mit dem eigenen Geburtstag, man sollte Achtung vor dem
Alter haben.
Ich habe
sicher schon viele damit zugetextet, das (innerhalb der nächsten 6
Jahre) bei mir ein Leistungsmessgerät basierend auf dem AD8313-Meßkopf
entstehen
soll. Der Vorteil an (zusätzlichen) Analoganzeigen bei Meßgeräten ist
die Möglichkeit, Trends bei dynamischen Signalen zu erkennen wo LCDs
entweder flackern oder zu langsam dafür sind, sie sind also noch voll
gerechtfertigt. Dieses soll über ein Analoginstrument verfügen, und
nach einer Runde Junkboxdiving im Keller wurde ich heute fündig: 1mA
Vollausschlag, hab es mal geschenkt bekommen, es stammt von irgendwas
von Marconi, anscheinend ("Output Voltage") einem Meßsender, hmm....
vielleicht einem Vorgänger meines 2018. Diese Methode zur Aufbereitung,
durch ersetzen der Skalenplatte, eignet sich auch ziemlich gut zur
Herstellung von brauchbaren S-Metern, finde ich (Hallo Dirk. Siehe
unten :-))
Nun möchte ich aber weder eine
Ausgangsspannung anzeigen, noch passt der Pegelbereich. Aus diesem
Grunde wird umgebaut:
Anzeigebereich ermitteln: Bei meinem Instrument stand drauf, daß es Endausschlag bei 1 mA hat. Bei unbekannten Meßwerken sollte man davon ausgehen, daß es Strommeßwerke mit verdammt geringen Strom bei Vollaussteuerung sind.
Test: Ich schloss es in Serie mit einem 10K-Widerstand an mein Labornetzgerät an und erhöhte die Spannung von 0 auf 10 V und stellte fest: Das passt. Dabei kann man sich schonmal grob orientieren, wo der Zeiger bei welchem Eingangssignal stehen wird...
Tips: Wenn ein unbekanntes Meßwerk dann noch nicht zappelt, kann man den Widerstand messen und abschätzen ob es vielleicht für Spannungsmessung ausgelegt ist (hochohmig), bei manchen sind Shunt- oder Serienwiderstände im Gehäuse integriert, meist hinter der Skalenplatte versteckt.
Instrument zerlegen: Manche sind mit viel Kleber zusammengetan, manche sind verschraubt und gut zerlegbar. Merken was später wieder wie zusammenkommen muss, vor allem die Nullstellschraube...
Schriftplatten entnehmen (die mit der Skale): Beim entfernenbesonders darauf acht geben, daß man sie nicht zu arg vorzieht und diese mit dem Meßwerk bzw. Zeiger kollidiert, das könnte man leicht kaputt machen! Tip: Um es während die Schriftpatten draußen sind robust zu halten, einfach wieder den Rest zusammenbauen!

Ein Bier hilft manchmal, ruhig zu bleiben!
Das folgende gilt für Beschriftung mit Computer:
Schriftplatte auf Flachbettscanner scannen (ich tat es mit 600 dpi auf einen Mustek Bearpaw 4800TA Pro II).

WYSIWYG, Teil 1: Dieses Buzzword aus den 80ern lebt hier wieder auf. Um eine schöne Skala zu erhalten, sollte man den Scan auf 90°-Ausrichtung drehen, Dreck retuschieren (wird vereinfacht durch Farbreduktion und diverse Verschmierfilter, die manche Grafikprogramme anbieten), Einheiten korrigieren und die Skala auf das notwendigste reduzieren.

Ziel ist eine "Interskale" mit zu vielen Punkten entlang des Zeigerwegs. Diese Punkte können numeriert werden, um die Zeigerstellung genau zu definieren.
Transfer von der virtuellen in die reale Welt, Teil 1.: Dieses Bild druckt man mit der DPI-Zahl des Scans auf Selbstklebefolie, nach dem Zurechtschneiden erhält man dann einen wunderbaren, skalenplattenförmigen Aufkleber, dessen Zielort klar sein dürfte. Doch halt! Die Originalskala sollte man nach Möglichkeit nicht überkleben, jedoch bieten die meisten Instrumente eine Alternative: Die Platte ist symmetrisch und der Aufkleber kann auf die weniger dekorative Rückseite geklebt werden. Vor dem Kleben empfiehlt sich das zweite Bierchen.
Einbau+Justage, Teil 1: Durch Punkt 5. rückwärts wird die Skala wieder eingebaut. Nun kann man durch Anlegen eines Stroms/Spannung der richtigen Größenordnung ermitteln, wo der Zeiger bei den zu markierenden Pegeln/Spannungen/Strömen stehen soll. z.B. kann man 10, 20, 30... 90, 100% des Endausschlags anlegen und durch abzählen der Punkte auf der Skala ermitteln, wo auf der Skala die entsprechende Markierung hingehört.
WYSIWYG, Teil 2: Die überflüssigen Punkte auf der Skala werden entfernt, und die Markierungspunkte beschriftet. Nun kann noch etwas Dekoration, ggf. Kolorierung und Positionskorrektur der Markierungspunkte erfolgen, und wieder wird ein Selbstklebeetikett damit bedruckt und zurechtgeschnitten. Zu quirlig sollte das Design aber auch nicht sein..
Einbau+Justage, Teil 2: Bier Nr. 3 rein, Skalenplatte wieder raus. Zwischendurchskalenetikett entfernen und durch die endgültige Version ersetzen. Skalenplatte wieder einbauen. Anzeigeinstrument wieder kpl. zusammenbauen. Nullpunkteinstellung beachten.
Endkontrolle: Sieht die Skala gut aus? Kann sich der Zeiger frei bewegen? Funktioniert die Nullpunkteinstellung korrekt? Stimmt der Zeigerausschlag beim Anlegen von Testsignalen mit der Skalenbeschriftung ausreichend genau überein?
Herzlichen Glückwunsch! Das Belohnungsbier
ist wohlverdient!
Hinweis
für Freunde der Handarbeit: Es sei gesagt, daß Punkt 6
entfallen
kann, 7+8 durch eine Handzeichnung auf Klebeetikett erfolgen kann und
der 2. Durchlauf oft entfallen kann.
So entstanden auch die Anzeigen meiner
Designeruhr!
Die S-Meter-Linearität bei handelsüblichen Transceivern ist oft grottenschlecht, mit einem Meßsender kann man jedoch vorne einen Pegel reingeben und wenn es ein Zeigerinstrument ist die Skala durch versetzen der Striche korrigieren...
Im Hinblick darauf.... einfach mal auf meiner
S-Meter-Seite
vorbeischauen !