Peilen mit dem Kenwood TH-F7E



Die eingebaute Ferritstabantenne dieses kleinen Handheld (Achtung, nicht zuviel von dem Empfänger erwarten!) hat eine ausgeprägte Richtwirkung.
Darum bot es sich an auszuprobieren, ob man damit vielleicht peilen kann. Erste Versuche zeigten: Joa... kann man, aber so ganz kann es das nicht sein, die Minimumpeilung des Handfunkeräts mit einer im wahrsten Sinne des Wortes über den Daumen gepeilten ungefähren Einfallsrichtung zu vergleichen.

Um die Kartenarbeit für den Versuch im echten Leben zu umgehen, passiert es jetzt erstmal auf dem Schreibtisch. Anordnung: Meßsender speist auf diversen auserkorenen Frequenzen einen AM-modulierten Träger (Modulationsfrequenz 400 Hz,Modulationsgrad 50%) in ein "Sendeantennchen", alles räumlich kleine Aufbauten. Das Handfunkgerät, eingestellt auf AM und die Sendefrequenz, liegt dabei ca. 0,5m entfernt auf dem Rücken und durch drehen wird versucht zu ermitteln, wo das Minimum ist, nämlich da wo man nix vom 400 Hz Modulationssignal aus dem Lautsprecher hört. (Es gibt beim drehen zwei Minima, diametral gegenüberliegend)

Drei Sendeantennchen kamen zum Einsatz:

Die folgende Tabelle zeigt die Ausrichtung des Handfunkgerätes, bei der die Sendesonde im Minimum-Einzug der eingebauten Ferritstabantenne liegt. Die Pegeleinstellung wurde bei Bedarf so verändert daß mit dem kleinsten notwendigen Pegel gesendet wird, die Erkennung des Minimum erfolgte nach Gehör.

FrequenzFerritkern-Spuleoffene Klemmen47 Ohm Widerstand
136 kHznix hörbarnix hörbarnix hörbar
440 kHzLängsachseLängsachseLängsachse
3,6 MHzLängsachseLängsachseLängsachse
7 MHzLängsachseLängsachseLängsachse
10 MHzLängsachseLängsachseLängsachse

So weit so gut, ein plausibel erscheinendes Ergebnis. Doch dann der große Schreck: Die tendenziellen Ergebnisse beim Versuch im richtigen Leben wiesen ehr darauf hin , daß das Minimum in der Verlängerung der Achse des KENWOOD-Schriftzuges liegt, d.h. 90° versetzt gegen diese Ergebnisse !
Spielt die Physik hier einen Streich? Liegt es daran daß der Empfänger sich krass im Nahfeld Entfernung<<Wellenlänge befindet? Homöopathische Informationsenergien? 

Der Versuchsaufbau muss für eine umfassendere Versuchsreihe größer werden... für die letzten Meter zum Fuchs sollte man damit, abgesehen davon daß man zwei Minima mit 180° Unterschied zur Auswahl hat und so ganz gediegen vom Sender weglaufen könnte, aber zufrieden sein. Oder wenn man das ausleckende feld eines Oszillators sucht. Oder wenn man den Direktüberlagerungs-Fuchsjagdempfänger auf die richtige LO-Frequenz einstellen will.

Kurz darauf war es soweit. Mit einfachem viel zu kurzem Drahtdipol am Fenster und dem TH-F7 in der Tasche machte ich mich auf den Weg, die Richtungsempfindlichkeit weiter zu charakterisieren, aber diesmal nur im 7-MHz-Amateurfunkband. An der Reichweitengrenze des Testaufbaus mit 0dBm Sendeleistung, leider kaum weiter als 1 Lambda, galt aber weiter:

Frequenzkurzer Drahtdipol
7 MHzLängsachse

Also dann, weiter gehts. Mit dem praktischen Programm Google earth, wo ich mir günstigerweise schon Ortsmarken von Rundfunksendern gesetzt habe, war es relativ leicht die Richtung von mir zu Rundfunksendern zu ermitteln und mithilfe von Objekten in meiner Nähe die Lage meines Funkgeräts damit zu vergleichen. Damit sah das Bild schon ganz anders aus:

FrequenzDLF
Donebach
AFN
Oberursel
153 kHz90° zu Längsachse--
873 kHz-90° zu Längsachse-
6 MHz--zu erledigen


Hm. :-)Das Feld rechts unten war mal ausgefüllt, aber da saß ich einem Irrtum auf (Vermutete Sendestelle sk)